
Missouri Foxtrotter
Bei der Besiedelung der Ozark Berge von Missouri und Arkansas in den 1820er Jahren wurde aufgrund des rauhen und umwegsamen Geländes von den Siedlern und Pionieren der dringende Bedarf an einem trittsicheren, leicht zu reitenden und genügsamen Pferd erkannt.
Als die Menschen von den Bergen und Plantagen von Kentucky, Tennessee und Virginia nach Westen zogen, brachten sie ihre Besitztümer - darunter auch ihre besten Pferde - mit.
Die Zucht dieser Pferde stützte sich hauptsächlich auf Araber, Morgans und Plantagenpferde aus dem tiefen Süden. Später kam noch amerikanisches Zuchtmaterial wie Tennessee Walker und Standardbreds dazu, um dem Foxtrotter ein gefälliges Äußeres und ein sanftes Wesen zu verleihen.
Die Fähigkeit, weite Strecken mit einer Geschwindigkeit von 10 - 15 km/h auf angenehme Art zurückzulegen, machte den Foxtrotter zum bevorzugten Pferd von Landärzten, Sheriffs, Steuerbeamten und Viehzüchtern.
Die Foxtrotter sind bis heute die bevorzugten Arbeitspferde für den harten Job der Cowboys und Forest Ranger geblieben und werden deshalb auch als "Cowboys Cadillac" bezeichnet.
Die besonderen Vorzüge des Foxtrotters haben auch die Trail- und Freizeitreiter für sich entdeckt. Missouri Foxtrotter sind ausgeglichene, trittsichere, genügsame, menschenbezogene Familienpferde mit viel Freude an der Arbeit. Sie können in fast allen Bereichen des Pferdesports eingesetzt werden.
Seit Mitte der Neunziger Jahre gibt es die Missouri-Foxtrotter auch in Europa und die Rasse wird bei Wander- und Freizeitreitern immer beliebter.
Die Gänge des Missouri Foxtrotters
Der Walk (Schritt) ist eine natürliche, flach fußende Vier-Takt-Gangart.
Der Flat Foot Walk ist eine Vierschlaggangart und etwas schneller als der Schritt. Die Hufe treten in der Reihenfolge rechts hinten, rechts vorne, links hinten, links vorne versetzt auf. Das Pferd zeigt in dieser Gangart häufig das typische Kopfnicken im Rhythmus der Bewegung (nodding head). Der Reiter spürt im Sattel nur wenig Bewegung.
Der Foxtrott - namensgebend für die Rasse (Bild links) - ist ein Vierschlag mit diagonaler Fußfolge.
Die Hufe treten rechts hinten, links vorne, kurze Taktpause, links hinten, rechts vorne auf.
Das Pferd vermittelt den Eindruck, als ob es vorne Schritt und hinten Trab gehen würde. Typisch ist das Kopfnicken und die wellenartige Bewegung des Schweifes.
Ein gut gymnastiziertes Pferd kann in einem entspannten Foxtrott viele Meilen zurücklegen, ohne sich und seinen Reiter zu ermüden.
Beim Running Walk hat die gleiche Fußfolge wie der Flat Foot Walk in höherer Geschwindigkeit. Die Hinterbeine werden relativ bodennah bewegt, wodurch der Gang besonders bequem für den Reiter ist.
Der Single Foot ist ein gleichmäßiger Vierschlag mit einer Einbeinstütze. Für den Bruchteil einer Sekunde berührt nur ein Fuß den Boden.
Der Canter ist ein bequemer Galopp (Drei-Takt-Gangart) mit leichter Aufwärtsbewegung in der Vorderhand.
Der Galopp ist weich, geschmeidig und entspannt in den Bewegungen.
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